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21.08.2009 (1)

Farbenfroh im Renaissancestil

Wettenberg (m). Ruhig war es in den vergangenen beiden Jahren um den »Brummtopf« geworden - jene Gruppe mit Musikanten aus Wettenberg, die sich in zeitgemäßen Kostümen des Renaissancestils präsentierten und mit alten, meist von Ferdinand Mandler selbstgebauten Musikinstrumenten, Balladen und Moritaten sangen und damit Geschichten von Rittern, Burgherren und edlen Jungfrauen, aber auch von Mord, Habgier und Intrigen verbreiteten. Beliebt und stets gern gesehen und gehört, wurden sie über die heimischen Grenzen hinaus bekannt, ersangen auch für gemeinnützige Zwecke viel Geld. Ihre Fangemeinde darf sich freuen: Die Schaffenspause geht zu Ende und der »Brummtopf« ist fester Bestandteil des Gleibergfestes vom 4. bis 6. September.

Am alten Brunnen in der Torstraße wird die Gruppe auftreten, mit bekannten aber auch neuen Gesichtern. Zur aktuellen Besetzung gehören die bisherigen »Brummtopf«-Mitglieder, Wolfgang Penzel und Dagmar Gödl. Neu hinzu kamen Cornelia Waitz-Dahl, Dorothee Trautwein und Rainer Sykora.

Vom »Brummtopf«-Stamm werden Annerose Rinn, Ferdinand Mandler, Prof. Dr. Jürgen Bottler und Hannelore Stork nicht mehr mit dabei sein. Vor gut einem Jahr, als es perspektivisch noch unklar war, ob und wie es weitergehen würde, stand auch die Überlegung an, was es wohl mit den wertvollen Kostümen geben sollte, die viel zu schade sind, sie im Kleiderschrank zu verschließen.

Und wäre da Annerose Rinn nicht, gäbe es vermutlich diese Schätze aus Stoff nicht. Sie sind ein beachtenswerter Beweis ihrer Schneiderkunst. 15 Kostüme hat sie mit Fantasie, Geschick und viel Liebe zum Detail seinerzeit genäht und rund 400 Stunden dafür investiert. Die guten Stücke gingen vor gut einem Jahr über als Spende in das Eigentum des Vereins »Bürgerprojekt Gleiberg«: Sieben Kostüme für Männer, komplett bestehend aus Hemd, Hose, Weste oder Überwurf und zum Teil mit Bindegürtel, Kopfbedeckung und Schuhen sowie sieben Kostüme für Frauen mit Bluse, Rock, Mieder und teilweise Schürze, Haube und ebenfalls Schuhen.

Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen eines der vergangenen Gleibergfeste hatte Annerose Rinn stets dafür plädiert, das ein Gleibergfest mit historischem Markt auch vom Ambiente her stimmig sein müsse, und dazu zähle auch zeitgemäße Kleidung für die Mitwirkenden.

Beim Gleibergfest werden sich nun die Mitglieder des (Bürgerprojektes Gleiberg« mit den »Brummtopf«-Kostümen kleiden und schmücken, wenn Sie Dienst haben. Der Verein und die Musikformation sind sich einig: Wichtig ist es, dass diese Raritäten wenn immer möglich zum Einsatz kommen und damit von vielen Menschen bestaunt werden können und ihnen Freude machen. Margitt Fries-Volgmann vom Vorstand des »Bürgerprojektes Gleiberg« dankte noch einmal offiziell den »Brummtopf«-Mitgliedern, besonders Annerose Rinn, für die Spende.

Gießener Allgemeine, 21.08.2009.